Osterbrauchtum Drucken

Alle Jahre wieder steht Ostern vor der Tür und damit der Beginn der Tourismussaison in der Fränkischen Schweiz. Einmalig in ganz Deutschland wird dieses hohe kirchliche Fest mit dem alten Brauch des Osterbrunnenschmückens in der Region gefeiert. In knapp 200 Ortschaften werden Osterbrunnen- und Bäume mit Tausenden buntbemalter Eierschalen, mit Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt. Meist erfolgt dies am Karfreitag oder Karsamstag. Der Schmuck kann bis etwa zwei Wochen nach Ostern bewundert werden.

In Engelhardsberg begann der Osterbrauch nachweislich 1913. Daher gilt Engelhardsberg als Ausgangspunkt für das heute weit verbreitete österliche Brunnenschmücken. Es ist ein Andenken an die einstige Wassernot auf dem Jura. 1918 wurde die uns heute selbstverständliche Wasserleitung vom Tal herauf nach Engelhardsberg verlegt. Vorher musste die Bevölkerung ihr Wasser aus Zisternen im Dorf oder von den Quellen im Tal holen. Der steile und mühsame Brunnweg ist noch zu sehen und so manch Wanderer nutzt auch heute noch die alten Ruhesteine.

In Engelhardsberg werden die Brunnen in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag geschmückt. Zunächst muss aber der Brunnen gesäubert werden. Hierzulande spricht man vom "Brunnen fegen". Früher war dies Aufgabe der jungen Burschen, heute helfen alle Männer des Dorfes zusammen. Bei Einbruch der Dunkelheit werden die Brunnen geschmückt, auch "Brunnen putzen" genannt. Fleißige Hände haben wie immer zahlreiche Eier ausgeblasen und künstlerisch bemalt. Zum Schmuck gehören weiterhin  büschelweise gebundene Krepppapierbänder, die so genannten "Pensala", und Girlanden aus Fichtenzweigen, die um die Brunnen gewunden werden. An diesen Girlanden werden rote und weiße Papierrosen befestigt. Am Abend ziehen die Engelhardsberger, ob jung, ob alt, von einem Brunnen zum nächsten. An jedem werden drei traditionelle Lieder zum Dank an Gott für das Wasser gesungen.